
Überholung Bremsklappen Luftsystem
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- Erstellt am Dienstag, 21. September 2010 00:49
- Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 22. September 2010 06:57
- Geschrieben von Transporter
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Es geht ja gerne mal was kaputt wenn es total daneben ist. In diesem Fall fuhr die ausgelöste Bremsklappe nicht mehr in ihre Ausgangsstellung zurück und blockierte so den Abgasweg des Motors.
Erste Hilfe, klar: Der Kugelkopf des Luftzylinders wird aus dem Betätigungshebel geschraubt, die Klappe selbst mit Draht in der offen Stellung blockiert. Hier natürlich bei strömendem Regen an einer der wenigen wirklich schlecht erreichbaren Stellen.
Letztlich muss aber Abhilfe geschaffen werden. Neuteile sind immer gut, aber unterwegs nicht immer sofort zur Hand. Also erstmal der Sache auf den Grund gehen.
Erste Hilfe, klar: Der Kugelkopf des Luftzylinders wird aus dem Betätigungshebel geschraubt, die Klappe selbst mit Draht in der offen Stellung blockiert. Hier natürlich bei strömendem Regen an einer der wenigen wirklich schlecht erreichbaren Stellen.
Letztlich muss aber Abhilfe geschaffen werden. Neuteile sind immer gut, aber unterwegs nicht immer sofort zur Hand. Also erstmal der Sache auf den Grund gehen.
Fussventil
Nachdem am Ziel angekommen der Zylinder wieder in die Ausgangstellung zurückgefallen war, drängte sich der Verdacht auf, das das Problem nicht dort, sondern im Betätigungsventil liegen könnte.
Nach dem Abauen ist dieses durch mündliches reinblasen einfach zu testen. Ergebniss hier: Entlüftet nicht.
Nach dem Abauen ist dieses durch mündliches reinblasen einfach zu testen. Ergebniss hier: Entlüftet nicht.

Unten und oben im Ventil sitzt je ein Seegering. Der obere versteckt sich hinter dem Gummibalg, den man dazu z.B. umkrempelt. Das geht allerdings sehr schwer (Fingerbrecher), deshalb besser (kam ich erst später drauf) mit der Seegerringzange etwas aufweiten und runternehmen.
Da auf beiden Seiten Federspannung anliegt (wenn auch nicht viel) empfielt es sich beim Öffnen das Ventils entweder händisch auf einen Tisch zu drücken oder mit einer Schraubzwinge zu sichern. Dann fliegt nichts davon und die Seegerringe lassen sich einfach demontieren.
Da auf beiden Seiten Federspannung anliegt (wenn auch nicht viel) empfielt es sich beim Öffnen das Ventils entweder händisch auf einen Tisch zu drücken oder mit einer Schraubzwinge zu sichern. Dann fliegt nichts davon und die Seegerringe lassen sich einfach demontieren.

Das kleine Sieb im Entlüftungsabgang ist in das Innengewinde eingeschraubt. Auch dieses läßt sich mit der Ringzange relativ gut ausschrauben. Achtung: Filigran. Dahinter ist der Grund des Problems sichtbar. Für 30 Jahre eigentlich in Ordnung, aber eben Funktionshemmend. Um das Problem dauerhaft zu lösen empfiehlt sich die Lektüre von Felix' Beitrag zum Thema Rost in alten Druckluftbremsanlagen.

Das ganze Innenleben wird gut gereinigt. Da alle O-Ringe und und Gummiteile in gutem Zustand waren, konnte diese wiederverwendet werden.


Auch beim Zusammenbau helfen Schraubzwingen, die ein gutes Allround Werkzeug sind. Eine kleine Nuss hilft auf der Rückseite den Kunststoffkegel so herunterzudrücken, das man den Ring (vor dem einspannen auflegen) in die Nut bekommt.


Gummi wieder zurück, so gehts leichter.
Luftzylinder
Nachdem das Ventil überholt ist möchte man evtl. doch auch den Luftzylinder selbst noch in Augenschein nehmen. Auch hier hält ein Seegering alles zusammen. Nach der Demontage muss man mit einem spitzen Schraubendreher der ersten Kunststoffeinsatz vorsichtig heraushebeln. In dem Fall hier entfaltete sich erst dannach die Federkraft. Auch hier ist das nicht so viel, aber es löst sich überraschend, deshalb bietet es sich dabei in einen Eimer zu zielen, damit nichts verloren geht.

Auf dem Foto zu sehen: Durch Hebeln beim Notausbau im Regen ist die Kolbenstange oben am Gewinde abgebrochen, der Rest steckt noch im Innengewinde des Gelenks. Die Luft hält eine Gummimanschette die mit einer Schlauchfeder gespannt ist, ähnlich wie bei manchen Simmerringen.
Zerlegen, reinigen. Die stark angerostete Kolbenstange musste abgeschliffen werden. Schnell und gut geht das wenn man ein paar Maschinen dabei hat. So bleibt diese auch rund.
Zerlegen, reinigen. Die stark angerostete Kolbenstange musste abgeschliffen werden. Schnell und gut geht das wenn man ein paar Maschinen dabei hat. So bleibt diese auch rund.

Die Stange sowie die Federn (wurden nur mit Drahtbürste behandelt) wurden anschließen mit "BOB" versiegelt. Für die Reinigung des Zylinders empfielt sich eine Zahnbürste und WD40.

Gibt es (trotz Aluminium) stärkeren Belag an der Zylinderwand kann man diesen mit einer Art Hohnwerkzeug aus einer passenden Nuss und sehr feinem Schleifpapier vorsichtig abtragen. Aber langsam und vorsichtig.


Sortiert und gereinigt. Die Holschraube wird am besten sauber, wenn man kurz mit einem passenden Bohrer reingeht.

Um die Kolbenstange wieder zu reparieren kann man zum einfacheren zentrieren ein Schraube (hier M8) oben etwas anbohren und dann anschweißen.

Bei der Montage helfen etwas Fett, wieder Schraubzwingen, ein Stück Holz und ein 3/4 Zoll Doppelnippel (mit der Flex vorne und hinten etwas flachschleifen, damit es nicht den Kunststoff beschädigt und sich der Druck gleichmäßig verteilt.

Alle Teile überholt, nun wieder einbauen.


