beboquin`s Eisenzelt

Beboquin`s Magirus Deutz 170D11 FA :

bb8

Basis: Magirus Deutz 170D11FA (THW Gerätekraftwagen) Baujahr 1980
Doppelkabine klein 7.Mann Besatzung
Antrieb: 4x4 Allrad permanent
Sperre Hinten und Mitte
Motor: Deutz F6L413V luftgekühlt PS 176
Hubraum cm: 8424
Reifen 14.00R20 MIL Continental auf Schlauchfelge Zil
Rockinger Anhängerkupplung / gebremst / Anhängelast 11.0 t, ungebremst 1.5 t


Kurze Geschichte wie ich zum LKW kam:
Durch den Technologiesprung von physikalischen Tonträgern Vinyl/CD auf MP3, gab es in meinem Berufsfeld als Musikproduzent für elektronische Musik erhebliche Veränderungen in dem Jahr 2006.
Etwa im Sommer06 bekam ich auf einen Schlag 5Tausend Tonträger von Musikvertrieben zurück, und sollte jetzt selbst sehen was ich damit mache.
So kam ich erstmals auf die Idee die Tonträger direkt von einem Pritschen – Lkw zu verkaufen.
Umso tiefer ich mich in die Materie LKW hinein begab, umso mehr wurde ich aufmerksam auf die geländegängigen Nutzfahrzeuge.
Allerdings die Preise ließen mich schnell wieder einen kühlen Kopf bewahren und so dauerte es bis zum Oktober 2008, als ich schon verzweifelnd ein etwas überhöhtes Auktionsgebot bei der Vebeg auf einen 170ziger Magirus Deutz Frontlenker vom THW setzte, (ohne Besichtigung!), den ich dann völlig überraschend ersteigert hatte.

So wie man sie vom THW kennt, stand er dann nach einer aufregenden Überführungsfahrt (mit Tauchteddy) von Karlsruhe nach Berlin auf dem Gewerbehof in Kreuzberg.

bb1

Da ich mir noch im Oktober08 den Fuß gebrochen hatte, dauerte es bis Frühjahr 2009 bis ich mich um meinen Magirus Deutz kümmern konnte.


Zuerst musste der THW Koffer runter, diesen habe ich stückweise auseinander geschraubt und mit der Flex zerteilt. Brauchbare Reste hat der Schrotti recycelt. Den Kofferbodenrahmen wollte ich für einen neuen multifunktionalen Aufbau behalten.
Die Schufterei mit dem Koffer hat sich zeitlich, technisch und um Geld zu sparen nicht gelohnt, besser ich hätte den Aufbau im Ganzen zum Schrotthändler gebracht.

bb2


Aus Gewichtsgründen musste jetzt noch die Seilwinde und die dazugehörende Hydraulik ausgebaut werden, alle Teile, Winde, Umlenkrollen, Tank, Leitungen etc. ergeben etwa 400-500 kg.


Zwischendurch habe ich auf 5x 14.00R20 Reifen gespart und mir 5x Zilfelgen besorgt.

Bei einer Berliner Allrad- Stammtischaktion an einem Wochenende wurden alle Radbremszylinder ausgebaut und begutachtet. Die Zilfelgen passten natürlich nicht, weil das Mittenloch zu klein war. Einige Wochen später wurden die Reparatursätze für die Radbremszylinder und neue Bremsleitungen, das Wechseln der Bremsflüssigkeit, die Entlüftung der Bremsanlage etc. unter Anleitung und Führung von Ingolf, eingebaut.

Jetzt sind aber die 14zehner Reifen da.

Nachdem die Zilfelgen von Thomas W. technisch an der Fräse präpariert wurden,
konnte wieder die Buschtrommel geschlagen werden und alle bekannten Berliner Forums Kollegen (Ingolf, Dirk, Hajo, Ulrich) wiesen mir den Weg in die 14.00R20 Räder Dimension.

Der erste Tag nach der Rädermontieraktion!

bb3

Dann ist lange nichts passiert, zwischendurch befasste ich mich mit meiner Idee des multifunktionalen Aufbaus, der je nach den Bedürfnissen relativ schnell umgebaut und für den gegebenen Anlass modifiziert werden soll.

Ich kaufte dann ein Edscha Gestell, welches später, am Ende der Bauerei oben auf die Bordwände aufgesetzt werden kann! Damit der faltbare Kasten geschlossen ist.

bb4

Der multifunktionale Aufbau soll so konzipiert sein, dass durch verschiedene Höhen von Bordwandsätzen, mehrere Funktionsmöglichkeiten bei Bedarf sich ergeben können. Die Bordwände werden durch ein Steck-Klappsystem montiert. Die einzig feste Bordwand wird die Stirnwand zum Führerhaus sein.

Zum Beispiel:

1.Bordwandsatz: 80 cm Höhe ähnlich einer Zugmaschinen Pritsche für Transporte
2.Bordwandsatz: 1.20 m Höhe zum Ausklappen/Höhe des Pritschenbodens/Bühne
3.Bordwandsatz: 1.25 m Höhe mit Rungen für/mit Edscha Gestell Montage. Bei dieser Variante wird die Rückwand so stabil konzipiert, dass sie ein komplettes Ersatzrad mit Greifzug halten kann. Also die geschlossene Reise Variante.

Die Bordwandsätze sollen jeweils so vorbereitet werden, dass sie für ihren bestimmten Einsatzzweck funktionieren können. Als Transportschutz, als Promotions -marketingflächen, als Bühnen -verkaufsflächen im ausgeklappten Zustand, als geschlossenes System für Reisen.
Die Aufbauvarianten sollen farblich, in den Maßen und formal ästhetisch dem alten THW Geräteaufbau ähnlich sein um seine historische Grundansicht zu bewahren.

Grundsätzlich gilt für mich eine puristische „Reisemobilität“ herzustellen.

Kleinere Arbeiten wurden ständig ausgeführt, wie die Überholung und das Kürzen der ganzen Auspuffanlage, Führerhausboden instand gesetzt, Radkästen–Kotflügel entrostet, geschliffen, angepasst und lackiert, reinigen der Aggregate, Motor, Getriebe, V-Getriebe, Fahrgestell etc.
Der Lack wurde mit einem Spezialreiniger/Versiegelung von Permanon auf Nanobasis bearbeitet. Ergebnis sieht sehr gut aus.


bb5

Als Grundlage für die flexibel auslegbare Pritsche ließ ich mir die dafür vorgesehene
Konstruktion zeichnen und beim Metallbauer zusammen schweißen.


bb6

bb7

Der alte Kofferbodenrahmen vom THW Aufbau wurde eingepasst und mit der Stahlkonstruktion verbunden – verschweißt.

Ich möchte im März 2012 zum TÜV und H-fähig anmelden, dafür ist noch eine Menge zu erledigen, der Holzboden (Siebdruckplatten) sind schon angeliefert worden. Leider geht es im Schneckentempo weiter, aber ich hoffe, ich bekomme meinen Magirus Deutz bald auf die Straße. Kommende abgeschlossene Baustufen werde ich hier weiter dokumentieren. Hoffentlich ist das Ganze nicht so sehr ein Wirrwarr an Ideen, und für den Einen oder anderen Eisen-Profi zu unverständlich. Ich möchte aber an dieser „Multitasking“ Version oder Vision für mein mobiles Eisenzelt festhalten.

Für Anregungen, Fragen, Hinweise, Kritik etc. bin ich sehr offen und dankbar, ihr könnt mich über meine Email erreichen.
Luftgekühlte Grüße Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!