
| Soundsystem im 170er |
|
|
|
| Geschrieben von: Felix H. |
| Sonntag, den 25. Juli 2010 um 15:10 Uhr |
|
Ich habe vor der lezten Tour ein neues Soundsystem im 170er Eingebaut. Das hatte zwei Gründe:
- Zum Einen ist meine alte 49EUR-Endstufe kaputt gegangen. Sie hat mir seit 2003 zusammen mit zwei 29 EUR Bassrollen gute Dienste geleistet und eigentlich war die Musik auch ganz ok, aber die harten Reisen mit dem ganzen Gerappel waren wohl doch auf Dauer doch zu viel. Außerdem haben mich die zwei Bassrollen generft, weil sie im Weg waren und durchs Auto gerollt sind.
- Zum Anderen ist Schaumstoff nach 30 Jahren nicht mehr das, was er nach Auslieferung mal gewesen ist. Wenn man die hinteren Sitze in der Mannschaftskabine viel Benutzt wird aus dem Schaumstoffpolster eine Hartgummiauflage. Entsprechend bitterlich haben sich meine Mitfahrer beschwert. Hier ein Bild von dem noch verbleibenden Einzelsitz auf dem man gut sieht, wie platt das Polster ist:
Also habe ich mir eine schöne Federkern-Beifahrerbank aus BW-Vorrat besorgt (Dieselmot). Die Bänke sind echt super, es mangelt höchstens etwas an Seitenhalt. Nur die Farbe ist inakzeptabel, da muss dringend ein neuer Bezug drüber. Problem bei der neuen Bank: Das Polster ist viel Dicker, als das originale, also muss die Bank flacher gebaut werden. Da die Bank also eh neu muss, kann man Holz verarbeiten. (bzw. Siebdruckplatte was wohl eher ein Kunststoff als Holz ist...) In dieses kann man dann Basslautsprecher einbauen und ist die nervenden Bassrollen los.
Die Kiste besteht aus 12mm Siebdruckplatte auf Lattenrahmen und Alu-Stoßkanten. Zur Sicherheit sind die Platten und Latten mit Sikaflex verklebt. Unter wichtigen Verschraubungen liegen große Karosseriescheiben. Das Ding ist nahezu unzerstörbar. Die Scharniere wurden so Verlängert, dass sich die Bank immer noch klappen lässt. Die Gurtbefestigungen sind original geblieben und wurden nicht verändert.
Da das Bessere der Feind des Guten ist, wurden die 10" Bassrollen durch zwei gebrauchte JBL 12" Chassis mit je 300W RMS ersetzt.
Akustisch ist die Kiste eine mittlere Katastrophe, Boden und Rückwand bestehen aus Fahrzeugblech. Aber das Auto bleibt ein Expeditionsfahrzeug, die Kiste muss weiterhin als Stauraum nutzbar bleiben. Auch wenn das Kabinenblech mit Antidröhn versehen ist, so beginnt es an zu scheppern, wenn man den Subwoofer unter Vollast fährt. Weiter ist die Kiste mit der Sitzbank nur teilweise nach oben Abgedichtet. Es ist lustig, was die Sitzbankoberfläche macht, wenn sich die Lausprecher bewegen: Astreine Massagebank! Aber dennoch hat die Box richtig viel Druck, es scheppert irgendwann alles Mögliche im Auto, dass die Kabinenrückwand Scheppert bemerkt man nur, wenn man neben dem Auto steht. Schalldruck ist ausreichend vorhanden, daher werde ich denke ich den Boden der Sitzbank nicht weiter abdichten. Interessanter Weise klappert die Sitzbank nicht, obwohl sie nur lose aufliegt.
Als Endstufe ist ein 500W RMS Monoblock von Crunsh mit in die Kiste gewandert (Ich weiß, nicht ideal wegen der Vibrationen, aber alles Andere hätte eine erheblich aufwändigere Verkabelung bedeutet) Das Ding ist ein Digitalverstärker, es ist auffällig das die Endstufe auch mit ordentlich Last an 2 Ohm in der schlecht belüfteten Kiste kaum warm wird, außerdem ist sie schön klein. Die Endstufe musste ich aus Zeitgründen neu kaufen.
Die Qualität einer Anlage bestimmt jedoch das Frontsystem und nicht der Subwoofer. Die schon bestehenden Piezo-Hochtöner wurden durch zwei 80mm Mitteltöner unterstützt hinter den PC-Lüftergittern. Hier habe ich mir etwas Besseres gegönnt: Audio Development m35neo von Audison. Die Lausprecher sind offen in der Holzplatte verbaut, für tiefere Töne nicht ideal (Akustischer Kurzschluss bei etwa 400Hz) aber Tiefe Töne gibt es eigentlich genug von hinten. Ich habe die Öffnungen einmal provisorisch verschlossen und konnte keinen Klangunterschied feststellen. Einzig mach ich mir Sorgen, dass Tiefe, laute Töne die offenen MTs zerstören können, der Hochpass der Endstufe knickt erst bei 165Hz. Hier muss auf Dauer eine aktive Frequenzweiche her. Der Einbauort vorne knapp über Kopf gefällt mir gut, der Winkel nach unten ist nicht ideal, der Klang verändert sich wenn man sich vorbeugt. Kleinere Menschen müssen jetzt leiden, da sie mehr laute Mitten abbekommen, als ich. Schön ist die Position bei geöffneten Türen, die MTs strahlen gut nach draußen.
Hier das Gerätebrett vorne über Kopf. Von links nach rechts:
- CB-Funke (AM und FM mit fester Antenne auf dem Dach, Magnetfussantennen taugen nicht)
- Autoradio, USB-Fähig weil CDs gehen viel zu schnell kaputt auf Reise. Ist auch schon das zweite, der Deutz vibriert alle kaputt.
- (klein, halb hinterm CB-Kabel) Fernsteuerung für Sub-Endstufe. Ich musste die LEDs gegen "normale" tauschen, des nachts funzelt einem die Superhelle Power-LED direkt ins Auge. Wer konstruiert so etwas für den FZ-Einsatz?!?
- Eine gebrauchte Endstufe von GroundZero mit 4x125W RMS. Das ist Overkill, 125W RMS im Mitteltonbereich sind weit hinterm Hörsturz. Aber im Teillastbereich klinge die Endstufe besser, außerdem wird sie dann troz der ungünstigen Belüftung nicht zu warm und sie war nicht teuer. Es gibt zumindest Potential für weitere Aufrüstungen.
- Ein kleiner 300W Wechselrichter zum Akkuladen, Rasieren, Laptop u.Ä. Der macht zwar dreckige Störungen auf der Versorgungsleitung, ist aber egal, Anlage und Wechselrichter sind selten gleichzeitig an.
Ach ja, das ganze Geraffel gibt es natürlich nur in 12V. Da die originale Lima nicht das Leistungswunder, und die ganze China-Elektronik aus Spannungswandlern nur bedingt zuverlässig ist, hat der Deutzmotor einfach eine 2. Lima bekommen, wie in anderen Berichten ja schon beschrieben. Eine 180AH-Batterie und 25mm² Anschlussleitung liefern genug Reserve für starke Bässe.
Alles in Allem nur Mittelklasse unter den Anlagen, sicher kein Wettbewerbs-Aufbau. Aber dafür bezahlbar und mit 1kVA RMS-Leistung etwas ,um suverän den luftgekühlten Grobdiesel zu überdröhnen. Macht richtig Spaß damit zu fahren. Ein Arbeitskollege hat die Ausrüstung um die Anlage durchzumessen. Mal schauen ob sich dabei noch Optimierungspotential aufzeigt. |
| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 23:19 Uhr |


